Dienstag, den 12. Mai 2026

LAUNEN DER NATUR

Sehr viele Wetterextreme – Starkniederschläge – Stürme – Nachtfröste – bedrohen die Wein- und Kulturblüte. Die Unwetter verursachen immer wieder Schäden in Millionenhöhe. Jahr für Jahr vernichten massive Hagelstürme reihenweise landwirtschaftliche Kulturen. Gerade Wein- und Obstkulturen werden sehr häufig von schweren Hagelunwettern heimgesucht. Die Bundesländer Steiermark und Burgenland sind oftmals die am stärksten Betroffenen.

Die unmittelbaren Folgen solcher Hagelschauer und Frost in den Weingärten sind hohe Einbußen an Qualität und Ertrag. Ein genaues Beobachten des Wetters gehört zum Alltag. Eine präventive Maßnahme zum Hagelschutz durch entsprechende Schutznetzte, wie auch die Frostschutzvorsorge mittels Frostfeuern in den Weinbergen sind zumindest ein Weg der Milderung.

Das Krisenmanagement im Alltag ist die Normalität im Weinbau für einen Winzer, ist man mit den diversen Krankheiten ohnehin beschäftigt, sehr gefordert und final nahezu schon geeicht.

BILD: Hagelnetz Frustar | IN VINO VERITAS | Der Neue Weinbau 4.0

IN VINO VERITASLAUNEN DER NATUR
WEATHER FORECAST
DAS WETTER IM WETTBEWERB

Was ist wo los? Im unteren LAUNEN DER NATUR-LEITFADEN » findet man einen Auszug professioneller Wetterdienste und Informationen zur Schadensbekämpfung..


WEATHER FORECAST
DAS WETTER IM WETTBEWERB

Es gab Zeiten da vertraute man dem Urteilsvermögen von Fröschen. Die Wetterhervorsage – „Weather Forecast“ – der heutigen Zeit lässt uns eine Menge an durchdachter Arbeit vorbereiten und tätigen. Das war aber nicht immer so.

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Bis in das 19. Jahrhundert galt der erste Vers der Bibel als Manifest fürs Wetter. Die Gläubigen erhofften mit dem Läuten der Kirchenglocken den Sturm zu vertreiben. Die „verbrunzte Sopherl“ ist ganz schön kalt, so wie auch die Eismänner es sind. Das soll ja nach überlieferter bäuerlicher Regel bedeuten, dass es nun 40 Tage lang regnen würde. Von den Wettervorhersagen in den Bauernkalendern und Almanachen bis hin zum Wetterbericht am modernen Mobiltelefon hat die Wetterforschung regelrechte Quantensprünge vollbracht. Wie sich Wettervorhersagen als eine Wissenschaft der Meteorologie im 19. Jahrhundert herausbildete beschreibt der englische Journalist Peter Moore in seinem Buch „Das Wetter-Experiment“. Die britische Royal Photographic Society veranstaltet diverse Fotowettbewerbe internationalen Formats, hat sie vor Kurzem unter anderen einen Fotowettbewerb für Wetterfotografien veranstaltet.

Das vom obersten Wetterbeamten des Empire Robert FitzRoy 1854 gegründete Met Office als der nationale meteorologische Dienst des Vereinigten Königreichs gibt auch noch heute Auskunft über die aktuelle Witterung. 1861 verarbeitet FitzRoy für sein Sturmwarnsystem bereits Daten aus 130 Beobachtungsstationen. Seine täglichen Auswertungen wurden an Tageszeitungen verschickt, ein Blick auf die nächsten Tage inkludiert. Es war die Geburtsstunde der Wettervorhersage. Einen Tag bevor sie den Heimathafen erreichte sank das Schiff „Royal Charter“ 1859 auf den Weg von Melbourne nach Liverpool auf Grund fehlender oder ungenügender Wetterbeschreibungen. Robert FitzRoy hatte sich deshalb selbst die Kehle durchgeschnitten. Trotzdem gilt er als der Vater des „Weather Forecast“. Britannien war schließlich mit seinem Wetter auch nicht nach dem Geschmack der Römer als sie die Kelten bezwangen und 43 A.D. die Siedlung Londinium gründeten.

Auf der Grillparty eingeladen und nicht wissend ob sie eine Jacke. einen Pullover, oder vielleicht doch nur Schlapfen statt Turnschuhen mit Socken mitnehmen sollen, gibt es heute eine Reihe von Wetter Apps, die dir eventuell auch noch einen Schirm nahelegen. Was ist der Barbour Way of Life? Ist die richtige Wachsjacke für alle Fälle parat? Also nicht nur wasserabweisend, sondern auch in der passenden Farbe? Sprechen wir von nun Burberry oder vormals Burberrys wenn man an Regenmäntel denkt? Soll man einen Dufflecoat von Lochcarron of Scotland anziehen oder lieber einen Kutschermantel von Tayberry Clothing? Ob die entsprechende Witterung nun immer so eintrifft wie vorhergesagt spielt keine Rolle, denn es gibt kein schlechtes Wetter, sondern lediglich ein falsches Gewand.

Die Wetterkapriolen stellen immerwährend auch einen Wettbewerb dar – denn einmal gewinnt der Regen – ein andermal die Sonne – dazwischen gibt es noch manchmal den Frost. Das Wetter ist, neben allen Risiken, eine immens große Herausforderung für den gesamten Weinbau, den Spagat zwischen gutem Ertrag und mitunter hohen Verlusten zu bewerkstelligen.

BILDER: © Ali Meyer / Met Office / Scippis Stockman Coat

 

 

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