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VINO VERITAS – DAS ZEITPORTAL
Was ist wo los? Im unteren ZEITPORTAL-LEITFADEN » berichten wir über die Next Generation, gewähren einen Einblick in die Werkstätten, beobachten die Märkte und sind am Corso umtriebig. Wir fügen das zu einem Ganzen – IM FOKUS –zusammen.
AUF
DEN MÄRKTENINTERIMSABKOMMEN
Das Hauptziel von MERCOSUR war und ist die Schaffung einer der weltweit größten Freihandelszonen durch den Abbau von Zöllen auf Industrie- und Agrarprodukte. Ausgeschrieben bedeutet das Wort Mercosur „Mercado Común del Sur“ – aus dem Spanischen interpretiert als „Gemeinsamer Markt des Südens“. Beim Gründungsmitglied Brasilien ist intern natürlich der Begriff MERCOSUL aus dem Portugiesischen – „Mercado Comum do Sulf“ – gebräuchlich. Beide sprachlich ein wenig differenzierten Bezeichnungen beschreiben wofür diese Abmachung steht: Nämlich für den gemeinsamen Handel zwischen Ländern in der Europäischen Union und in Südamerika. Basis für die Beziehungen der EU mit den Mercosur-Staaten ist das interregionale Rahmenabkommen über die Zusammenarbeit von Dezember des Jahres 1995, das mit 01.07.1999 in Kraft getreten ist. Zur Schaffung stabiler und berechenbarer Regeln für den Handel mit Waren und Dienstleistungen und Investitionen wurde ein Partnerschaftsabkommen* von der EU und den Mercosur-Ländern**, bestehend aus den aktiven Vollmitgliedländern Argentinien, Bolivien – ist seit Juli 2024 offiziell Vollmitglied des Mercosur – Brasilien, Paraguay und Uruguay, am 17.01.2026 ratifiziert, nachdem der EU-Rat am 09.01.2026 mehrheitlich der Unterzeichnung des Abkommens zugestimmt hat. Das „European Committee of Wine Companies“ – CEEV – begrüßt die Entscheidung der Europäischen Kommission, das Interimsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur vorläufig anzuwenden – ein entscheidender Schritt nach vorn nach mehr als 25 Jahren.
PLANUNGSSICHERHEIT
In Zeiten zunehmender geopolitischer Unsicherheit schafft diese Entscheidung die lang ersehnte Planungssicherheit für EU-Weinexporteure und stärkt die Fähigkeit der EU, den Handel mit einem wichtigen Partner zu diversifizieren. Innerhalb der Mercosur-Region stellt Brasilien einen Markt mit hohem Potenzial dar, auf dem europäische Weine zwar eine starke Verbrauchernachfrage genießen, aber weiterhin mit erheblichen tarifären und nichttarifären Handelshemmnissen konfrontiert sind. Die vorläufige Anwendung des Abkommens wird unmittelbare Verbesserungen für den Weinsektor bringen. Zollsenkungen, ein stärkerer Schutz geografischer Angaben und ein vorhersehbarerer Handelsrahmen werden den Marktzugang, die Wettbewerbsfähigkeit und die langfristigen Wachstumsaussichten für EU-Weinunternehmen erheblich verbessern. Das Abkommen bietet klare Vorteile und birgt keine Abwärtsrisiken für die Weinproduzenten in der EU.
LOB DES CEEV
Jahrelange Verzögerungen haben hohe Kosten verursacht. Allein im Jahr 2025 zahlte EU-Wein mehr als 43 Millionen Euro an Zöllen auf den Mercosur-Märkten – Ressourcen, die Investitionen und Expansion hätten unterstützen können. Die Entscheidung zum Interismabkommen markiert einen wesentlichen Wendepunkt und schafft die Voraussetzungen für neue Dynamik. CEEV lobt die Europäische Kommission für diesen wichtigen Schritt und ermutigt alle EU-Institutionen und Mitgliedstaaten, weitere Fortschritte zu erzielen, damit das Abkommen ohne weitere Verzögerung seine vollen Vorteile entfalten kann.
AUTOR: © Prof. Ali
Meyer | Wien
* Partnerschaftsabkommen | ehemals / zuvor als Assoziierungsabkommen
bezeichnet
** Venezuela trat 2012 bei | die Mitgliedschaft wurde
jedoch 2017 wegen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt
TEXTQUELLE: CEEV | European Committee of Wine Companies
BILDER: Collagen aus Bildmaterial von der WKO bzw.
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