Mittwoch, den 03. Juni 2026

ALI´S PHOTOGRAPHISCHE IMPRESSIONEN

Der aus einer Mediendynastie stammende, bereits in vierter Generation als international renommierter Museumsphotograph arbeitender Ali Meyer, beschäftigt sich immer wieder mit enorm anspruchsvollen Großprojekten der Kunst- und Kulturgeschichte. Neben dem Erfassen komplexer Sammlungen im Abendland, wie jener der Orientalischen Antike im Musée du Louvre Paris, führte ihn seine Arbeit über den Buddhismus in das Morgenland.

IN VINO VERITAS: Die andere Hälfte des Herzens des Lichtbildners schlägt für den Wein. Seit einigen Jahren ist der Autor nunmehr auch journalistisch aktiv geworden, was den Photographen mit seiner Welt der Bilder darüber hinaus zum Schreibenden werden ließ. Fast 15 Jahre im Einsatz mit Herz und einer Menge an Lernpotential bei einer der renomiertesten Zeitschriften in der Branche, „Der Weinbau“, ließ ihn in die Materie eintauchen. Daraus entstand dieses persönliche innovative digitale Webportal IN VINO VERITAS. Und das was man ursprünglich gelernt, perfektioniert und bis dato ausübt, das ist hier natürlich eingebunden: Ali´s Photographische Impressionen.

BILD: © Prof. Ali Meyer | Danzinger Goldwasser (Ausschnitt) | Zyklus Mythos Gold

IN VINO VERITASZU GAST BEI
ALI´S PHOTOGRAPHISCHEN IMPRESSIONEN
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ
SYNTHETISCHE WAHRHEIT

Was ist wo los? Im unteren ALI´S PHOTOGRAPHISCHE IMPRESSIONEN-LEITFADEN » betrachtet man die Welt durch das Okular der Lichtbildner. Die verlorene Welt der analogen Photographie bringt vieles in ein anderes Licht. Erschien dem Philosophen Roland Barthes die Vergänglichkeit der Photographie noch als ein tröstliches Wechselspiel zur eigenen Sterblichkeit, so ist diese Verbindung durch die Digitalisierung der Bilder und ihre uneingeschränkte Verfügbarkeit in den weltweiten Netzen endgültig obsolet geworden.



HISTORISCHE WAHRHEIT
DER LICHTABDRUCK DES PHOTOGRAPHEN

VORWORT VON ALI MEYER

Als Anfang der 1990er Jahre im Silicon Valley die ersten Versionen vom Adobe Photoshop-Programm entwickelt wurden, läutete dieses zumindest das Ende der Dunkelkammern ein. Die digitale Bildbearbeitung stellte die Wahrhaftigkeit und die Authentizität des Bildes in Frage, kann man einer Photographie vielleicht gar nicht mehr trauen? In der kunsthistorischen Photographie ist Authentizität das oberste Gebot. Wir konservieren möglichst die Wahrhaftigkeit. Bei dem „In die Szene-Setzen“ der weltberühmten Objekte speichert man auch zuzuordnende Begriffe. Pinselstriche, Risse und Altersspuren müssen exakt dem Original entsprechen, darf der Mona Lisa keine Kosmetik in ihrem Antlitz zuteilwerden.

Authentizität bei der Arbeit eines kunst- und kulturhistorischen Photographen beruht darauf, dass die Dokumentation durch das Zusammenspiel eines physischen, manuell gesteuerten Prozess erfolgt. Echte Museums-Photograhie erfordert die reale Interaktion zwischen dem Licht, den Artefakten und der Kamera. Synthetisch generierte Bildinhalte oder KI-gestützte Platzhalter sind bei Aufnahmen kein Thema. Ein authentisches Bild ist ein physischer Abdruck von Licht auf einem Sensor bzw. Film, jedes Detail im Bild ist real und physikalisch belegbar, Physik statt Algorithmus.

Die Indexikalität, also „der Lichtabdruck“ des kunst- und kulturhistorischen Photographen garantiert die Authentizität, die unberührte visuelle Integrität der Objekte ohne KI. Historische Dokumentation verzichtet auf digitale, das Original verändernde Manipulation bzw. KI-Rekonstruktion. Sie bewahrt die materielle Wahrheit, historische Patina und den einzigartigen Entstehungskontext von Kunstwerken in Museen. Dokumentarische Ehrlichkeit, Historischer Kontext und Wahrung der Aura sind für mich ein Ehrencodex.

SYNTHETISCHE WAHRHEIT
WENN DIE KI DEN PERFEKTEN SCHEIN BAUT
– UND AN DER LOGIK SCHEITERT

GEDANKEN VON CHRISTOPH KÜNNE

SYNTHETISCHE WAHRHEIT

Es gibt diese Morgen, an denen man beim Lesen der News den Kaffee etwas vorsichtiger umrührt. Nicht aus Angst vor dem Überlaufen, sondern weil angesichts der KI-Fortschritte mal wieder die Frage im Raum steht, ob der eigene Beruf bald überflüssig wird. Die Debatte um die Zukunft der Wahrheit ist dabei aktueller denn je. Die KI, so heißt es, kann jetzt alles: Sie komponiert, retuschiert, generiert Bilder, die so makellos sind, dass selbst der erfahrenste Kollege zweimal hinschauen muss um sie zu erkennen. Während das Handwerk an Wert verliert, rückt etwas anderes ins Zentrum: Haltung und strategische Autorschaft. Ich nenne das in meinem neuen Buch „Synthetische Wahrheit“ die neue Währung. Die Maschine rekombiniert, der Mensch stiftet Sinn. Und genau darin liegt der Unterschied, der in Zukunft immer mehr über Austauschbarkeit und Unverwechselbarkeit entscheidet. Denn oft reicht ein einziger Blick auf das neueste KI-Bild nicht aus. Da sitzt man am Monitor und betrachtet ein Motiv, das so makellos wirkt, als hätte die Technik endgültig gewonnen. Doch dann, beim zweiten Hinsehen, tauchen Details auf, die alles kippen: winzige Fehler, die die ganze Szene ad absurdum führen. Das sind immer noch keine Einzelfälle. Sondern Symptome, die auch von der neusten Generation der Bild-KI-Modelle nicht beherrscht werden. Schwierig wird es immer noch, wenn es um funktionale Maschinen, vergangene, also vor-digitale Zeiten und/oder um Physik geht.

DIE LOGIKFEHLER DER KI

Neulich wollte ich ein dokumentarisches Bild einer analogen Dunkelkammer rechnen lassen. Alles war da: Entwicklerwannen, rote Sicherheitsbeleuchtung (vielleicht etwas zu hell), Kontaktbögen an der Wand. Eine Uhr, die eine Stoppuhr sein müsste. Zu wenig Entwickler in der Schale links, unsinnige Tropfenkreise im Stoppbad, keine Flüssigkeit, dafür aber drei Küchenzangen in der Fixierschale. Eine völlig unsinnige Anordnung der Objekte, so dass man in der Dunkelkammer nicht ansatzweise ergonomisch sinnvoll arbeiten könnte. Und dann thront mittendrin ein wissenschaftliches Mikroskop – als hätte jemand die Chemie-AG mit dem Fotokurs verwechselt. Wer je in einer echten Dunkelkammer gearbeitet hat, weiß: Auch wenn Mikroskope und Vergrößerer eine gewisse optische und funktionale Ähnlichkeit haben, sind sie deswegen nicht austauschbar. Die KI hat offenbar gelernt, dass beides mit „genau hinschauen“ zu tun hat, aber nicht, dass das eine in den Biologieunterricht gehört, das andere in die Fotografie. Fehler, so absurd wie ein Stethoskop in der Werkzeugkiste des Schreiners.

ÜBERLAUFENDER WEIN: URSACHE OHNE WIRKUNG

Noch absurder wird es, wenn die KI den Moment einfängt, in dem Rotwein über den Rand eines Glases schwappt und sich großzügig über den Tisch ergießt. Die Person, die augenscheinlich vorsichtig einschenkt, bleibt dabei völlig ungerührt – kein Innehalten, kein Griff zum Tuch, kein Anflug von Überraschung. Die KI hat die Physik des Überlaufens verstanden, aber weder die Psychologie des Moments noch die Physik, denn es müsste für die Bildlogik einen viel mehr Wein aus der Karaffe fehlen. Die KI weiß, wie Flüssigkeit aussieht, wenn sie sich ausbreitet, aber nicht, dass Menschen auf Missgeschicke reagieren. Das Bild zeigt: Die Maschine kann den Ablauf simulieren, aber nicht den Sinn erfassen. Sie bleibt im Standbild gefangen, unfähig, Ursache, Wirkung und physikalische Zusammenhänge zu verknüpfen.

VOM HANDWERK ZUR HALTUNG: WAS BLEIBT, WENN DIE MASCHINE ALLES KANN?

Man könnteimmer so weitermachen, denn diese Beispiele sind keine technischen Ausrutscher, sondern Symptome eines grundlegenden Missverständnisses. Die KI kann alles, was sich in Pixel und Oberfläche übersetzen lässt. Aber sie versteht nicht, was sie da eigentlich tut. Sie ist wie ein Kind, das Wörter kennt, aber noch keine Geschichten erzählen kann. Oder wie ein Koch, der Zutaten hat, aber das Rezept nicht versteht. Für Bildprofis bedeutet das: Wer nur noch reproduziert, was die Maschine kann, wird austauschbar. Das Handwerk, das jahrzehntelang die Eintrittskarte ins kreative Geschäft war, verliert an Wert. Was bleibt, ist die Haltung, die Auswahl aufgrund des besseren Wissens, die strategische Autorschaft. Wer entscheidet, was gezeigt wird? Wer gibt dem Bild einen Sinn? Wer übernimmt Verantwortung für das, was sichtbar wird – und für das, was verborgen bleibt?

DIE NEUE ELITE: KURATOREN, ERZÄHLER, SINNSTIFTER

Die Zukunft gehört nicht den besten Technikern, sondern den klügsten Kuratoren, den mutigsten Erzählern, den souveränsten Sinnstiftern. Sie verhandeln mit der algorithmischen Muse, lassen sich inspirieren, aber nicht ersetzen. Sie wissen: Die Maschine kann alles – außer entscheiden, was zählt. In meinem neue Buch versuche ich es auf den Punkt zu bringen: „Die algorithmische Muse beschleunigt den Kreativitäts-Prozess lediglich ins Extreme und macht ihn transparent. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Maschine kreativ sein kann, sondern wie wir unsere Menschlichkeit im Dialog mit ihr neu definieren und zur Geltung bringen.“

Im Grunde entlarvt die KI eine Wahrheit, die schon immer für Prozesse der Kreativität galt: Schöpfung ist selten ein Akt der creatio ex nihilo, sondern fast immer ein intelligentes Rekombinieren, Kuratieren und Weiterentwickeln des Vorhandenen. Die Maschine ist ein Meister der Rekombination, aber unfähig zur Sinnstiftung. Genau hier beginnt die neue Währung im kreativen Geschäft: Nicht mehr das Handwerk, das jeder Algorithmus nachahmen kann, sondern die Haltung, die Auswahl, die strategische Urheberschaft.

EXISTENZANGST ALS CHANCE: WER BEDEUTUNG SCHAFFT, BLEIBT UNERSETZBAR

Natürlich ist die Existenzangst, die viele von uns aktuell verspüren, real. Wer heute nur noch reproduziert, was andere vorgeben, sei es Mensch oder Maschine, wird bald überflüssig. Doch genau darin liegt auch die Chance: Noch nie war es so einfach, das Handwerk zu delegieren und sich auf das zu konzentrieren, was jetzt mehr den je zählt: Haltung, Auswahl, Bedeutung. Wer den Mut hat, Neues zu schaffen, wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird unersetzbar. Vielleicht ist das die eigentliche Revolution: Nicht die Technik, sondern die Rückkehr zur Autorschaft. Nicht die Perfektion der Form, sondern die Kraft des Sinns. Die KI zwingt uns, uns neu zu erfinden. Aber eben nicht als bessere Handwerker, sondern als klügere Sinngeber.

DIE VERHANDLUNG MIT DER ALGORITHMISCHEN MUSE

Die Verhandlung mit der „algorithmischen Muse“ verändert unseren Beruf radikal. Welche 7 Regeln wir jetzt brauchen, beschreibe ich in ‚Synthetische Wahrheit‘. Wenn Sie wissen wollen, wie ich bei der Produktion des Buches selbst mit der KI verhandelt habe, wo sie half und wo sie scheiterte, registrieren Sie sich für das Buch das Mitt Juni erschient und holen Sie sich schon jetzt das kostenlose Bonus-Kapitel.

GASTAUTOR: © Christoph Künne | issued by Ali Meyer Media Services | Vienna
QUELLEN: mit freundlicher Genehmigung von Christoph Künne | Synthetische Wahrheit | DOCMATISCHE DEPESCHE » |
BILD Historie : © Ali Meyer | Komposition mit Reichskreuz | KHM Wien
BILDERSERIE: © DOCMA | Christoph Künne KI

 

weiterblättern zur nächsten Seite DAS ZEITPORTAL »

nach oben

Template by OS Templates | 2025 © all rights reserved, designed and powered by ali meyer media services