Donnerstag, den 24. September 2020

IM WEINGARTEN

Der Rebenanbau gilt als eine der ältesten Spezialkulturen unseres Planeten. Für den erfolgreichen Anbau dieser Reben sind neben einer guten Sortenwahl die geeigneten Standortbedingungen richtungsweisend. Ein weinbauliches Qualitätsmanagement erfordert entsprechende Maßnahmen zum optimalen Zeitpunkt. Die Pflege der natürlichen Bodenfruchtbarkeit, eine ausgewogene Düngekultur, eine möglichst wenig die Natur belastende Schädlingsbekämpfung, eine ressourcenschonende Bewässerung und die Erziehung der Reben erfordern einen durchdachten Arbeitsprozess, um diesem Aufwand meisterlich gerecht zu werden. Ein ausgewogenes Ergebnis ist im Finale ja immer messbar – weil zu riechen und zu schmecken.

BILD: IN VINO VERITAS | Lochmann Weingartenspritze

IN VINO VERITASWEINGÄRTEN DER MODERNE

WEINBERGPFÄHLE - TREND ZUR NACHHALTIGKEIT

Viele Winzer stellen sich die Frage, was wohl das neue Jahr und generell die Zukunft im Weinbau bringen werden. Gerade in einem Bereich, in dem so viele Einflussfaktoren zusammenwirken, bildet erst die Summe der unterschiedlichsten Komponenten ein sinnvolles Ganzes. Auch wir, als Lieferant von Komponenten für den Drahtrahmen, stellen uns immer wieder die Frage: wohin entwickelt sich der Stahlbereich? Welche Trends und Tendenzen lassen sich eindeutig erkennen? Und ganz spezifisch für den Weinbau im Hinblick auf den Drahtrahmen: welche Ansätze zeichnen sich für die nächsten Jahre mittel- und langfristig ab?

DIE HALTBARKEIT UND LEBENSDAUER

Berechtigterweise wird die Qualität in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund gestellt. Das gilt für den Wein genauso wie für den Stahl. Der Einsatz von länger haltbaren Produkten nimmt zu. Die unnötige Verschwendung von Ressourcen wird immer weniger akzeptiert. Hier kann man eindeutig von einem Trend sprechen. Bei den Weinbergpfählen vollzieht sich im Moment gerade ein Wandel. Die bandverzinkten Pfähle mit einer Reichweite von etwas mehr als 20 Jahren sind für viele Winzer zu kurzlebig und werden durch die langlebigen Typen ersetzt. Was bietet sich dafür an? Sind es die stückverzinkten Pfähle, die zwar über 30 Jahre halten, aber die von der Erzeugung bedenklich sind und wo der Zinkeintrag in den Boden gerade im Weinbau unerwünscht ist? Eine Variante wäre die Zink-Magnesium-Beschichtung. Aber im Kontakt mit dem Erdreich durch den Anteil von Aluminium in der Beschichtung nicht empfehlenswert. Oder sollte man auf die DUPLEX-Pfähle, die pulverbeschichteten Typen setzen, bei denen das Basisprodukt die bandverzinkten Pfähle sind? Kein Zinkeintrag in den Boden und eine Haltbarkeit, die die stückverzinkten weit übertrifft. Und das zum gleichen Preis. Oder ist die Lösung der Pfahl, der aus Corten-Stahl erzeugt wird, eine extrem harte Oxidationsschicht ausbildet, die sich selbst schützt und damit womöglich langlebiger sein wird als alle anderen? Aber erst mit Erkenntnissen und Erfahrungen aus dem Weinbau, die nur knapp über einen Zeitraum von 20 Jahren hinausgehen. Schützt man den Fuß, um auf Nummer sicher zu gehen oder riskiert man unter der Annahme „es wird schon nichts passieren“? Die Entscheidung ist schwierig, weil viele Halbwahrheiten im Markt kursieren und die Glaubwürdigkeit damit untergraben wird. Die Entscheidung liegt beim Winzer. Empfehlungen können wir als Spezialisten für diesen Sektor geben. Aber Garantien gibt es aufgrund der unterschiedlichsten Gegebenheiten keine.

DIE STABILITÄT UND ROBUSTHEIT

Um es kurz zu fassen: die kann jeder für sich testen. Bei den Pfählen erhält neben dem Einsatz von Spezialstählen auch die Profilierung eine maßgebliche Bedeutung. Eine hohe Verwindesteifigkeit, die Elastizität des eingesetzten Materials, eine bestimmte Wandstärke und die Verwendung von hochfesten Stählen tragen zu einem Endprodukt bei, das den Vorstellungen der Winzer entsprechen soll. Einfache Tests geben schnell und klar Auskunft über das Verhalten beim Einschlagen oder im gesetzten Zustand. Manchmal genügt es schon 2 unterschiedliche Typen an Materialien in Händen zu haben um zu wissen, welcher Pfahl das Mehr an Stabilität bieten kann. Maßgeblich ist auch die Setztiefe der Pfähle. Soweit es von der Bodenbeschaffenheit her möglich ist, sollte besser in 10 cm mehr Länge und damit Setztiefe investiert werden. Eine gute Investition, die Ärger und Zeit sparen hilft. Besonders beim Endpfahl wird immer wieder am falschen Fleck gespart. Aber gerade das ist die Grundlage und Basis der gesamten Zeilenstabilität. Das natürlich in Kombination mit der Verankerung, definiert durch Anker und Abspannung. Adaptierte Zeilenpfähle, um einige Euro beim Kauf einzusparen, verursachen mehr Probleme und Kosten als einem bewusst wird und haben als Endpfahl eigentlich keine Berechtigung.

DIE HAKENTECHNIK

Hier gehen die Meinungen stark auseinander: Lange Haken, kurze Haken, umgedrehte Haken, außenliegend, innenliegend, mit Nase, ohne Nase, zum Zuschlagen, nicht biegbar, für fliegende Drähte, für die mechanische Bearbeitung geeignet, im bombierten Gelände und im Steilhang. Die Liste der Wünsche ließe sich hier noch lange fortsetzen. „Allen Menschen recht getan – ist eine Kunst, die niemand kann.“ Und trotzdem versuchen die Hersteller das Unmögliche zu schaffen und die „eierlegende Wollmilchsau“ anzubieten. Mit dem Erfolg, dass man die Wünsche mancher Winzer abdecken kann, anderer nur zum Teil und eben mancher nicht. Ein Trend, der sich allerdings schon sehr eindeutig abzeichnet, ist, dass sich jene Haken, die über die Flucht der Pfahlbreite hinausgehen, nicht mehr gewünscht sind. Die Verletzungsgefahr mit dem Hantieren der Pfähle ist ungleich höher und bei der mechanischen Bearbeitung stehen diese Haken einfach im Weg. Darum haben in der Zwischenzeit auch alle Hersteller Pfähle im Programm, die diesen Notwendigkeiten entsprechen.

DIE NACHHALTIGKEIT

Wir werden alle zunehmend gefordert, den Anforderungen einer umweltgerechten Erzeugung und einem schonenden Umgang mit den Ressourcen gerecht zu werden. Alle Themen spielen hier herein: Energieaufwand bei der Erzeugung, Feinstaubentwicklung, giftige Dämpfe beim Verzinken, Verletzungsgefahr beim Hantieren, Transportaufwand, konformer Einsatz von Arbeitskräften, usw. In der Industrie sind diese Punkte seit Jahren ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl und der Zulassung der Lieferanten. Aber auch in den skandinavischen Ländern ist die Forderung schon an die Winzer herangetragen worden, sich diesem Thema der Nachhaltigkeit in allen Bereichen zu stellen und den Nachweis zu erbringen, dass man sich bei allen Prozessen in der Weinherstellung diesen Kriterien unterwirft. Und das geht bis zur Erstellung des Drahtrahmens und dem Einsatz der Produkte dafür. Das heißt konkret, dass ohne entsprechende Nachweise eine Belieferung dieser Märkte schwieriger oder bald vielleicht sogar unmöglich wird.

AUTOR: Günther Künstler | KAPPA Steel

 

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