Donnerstag, den 24. September 2020

WEINBAU ALS KULTURERBE

Weinbau in Georgien lässt sich 5800 Jahre v. Chr. nachweisen, sowie im 5. Jahrtausend v. Chr. auch in der vorderasiatischen Landschaft Sumer – heute südlicher Irak. Der Weinbau breitete sich im gesamten Nahen Osten aus. Im 4. Jahrtausend v. Chr. bauten die Alten Ägypter Wein an. In der babylonischen Mythologie repräsentierte Gilgamesch den Wein und seinen Konsum. In der überlieferten Prosadichtung – dem Gilgamesch-Epos – entstanden ca. 2400 Jahre vor Christi Geburt in Persien – wird bereits über den Wein berichtet. Etwa um 1700 v. Chr. kultivierten auf Kreta die Minoer, deren Name auf den mythischen Despoten Minos zurückgeht, erste Edelreben. Die minoische Kultur ist die früheste Hochkultur Europas. Griechische Kolonisten dürften im 7./6. Jh. v. Chr. erstmals Rebstöcke nach Gallien in die heutige südfranzösische Provence nach Massalia – Marseille – gebracht haben. Sicher nachgewiesen ist Weinherstellung im heutigen Frankreich um 400 v. Chr. In Italien prägten sich verschiedene Erziehungsmethoden aus: an Bäumen, als Dachspalier am Kurzstamm oder kriechend auf dem Boden.

BILD: Amphoren im Bibracte Museum der keltischen Zivilisation / Saint-Léger-sous-Beuvray

KOMMENTAR

Der Weinbau als Kulturerbe ist weltumspannend.

IN VINO VERITAS – GROSSES KULTURERBE DER WELT

OLIVEN UND WEIN

Der griechische Gott Dionysos beziehungsweise sein römisches Pendant Bacchus waren in der Mythologie dem Wein gewidmet. Der Begriff Bacchanalien war der allgemeine Name der dem Bacchus zu Ehren gefeierter Feste, bei den Griechen Dionysien genannt. In Rom führte ein besonders zügellos begangenes Fest vorzugsweise diesen Namen, bis P. Aebutius im Jahr 186 v. Chr. die in seiner Gegenwart dabei vorgenommenen Schändlichkeiten entdeckte. Der Senat verbot sie sodann auf das Strengste. So berichtet zumindest Vollmer's Mythologie aller Völker, Stuttgart 1874.

Entsprechend seinem Gesamtkonzept des ursprüglichen Reichsratsgebäude – heute Parlament – ordnete Architekt Theophil von Hansen der Seite des Herrenhauses die griechischen Geschichtsschreiber Xenophon, Thukydides, Herodot und Polybios, der Seite des Abgeordnetenhauses die römischen Historiker Sallust, Julius Caesar, Titus Livius und Tacitus zu. Diese Auswahl der Geschichtsschreiber sollte das gebildete Bürgertum ansprechen. Thukydides schrieb im 4. Jahrhundert vor Christus: „Die Völker des Mittelmeerraums entwickelten sich aus der Barbarei zu einem zivilisierten Volk, als sie lernten Oliven und Wein anzubauen.“

Die Römer haben die Weinreben bis an den nördlichsten Grenzen Europas angesiedelt. Weinländer in Übersee, mehrheitlich seit dem 17. Jahrhundert mit aus Europa stammenden Auswanderern besiedelt, wie etwa Südafrika, Australien und Neuseeland, Argentinien, Chile und die USA, bis zu diesen Kontinenten zieht der Wein bis dato einen weltumspannenden Bogen.

BILD: Figur des Thukydides / Seite des Herrenhauses Parlament Wien

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