Donnerstag, den 24. September 2020

ÖNOLOGIE –
WISSENSCHAFT & FORSCHUNG

Weinbau und Kellerwirtschaft sind ein Studienbereich der Weinproduktion. Man befasst sich mit dem Keltern und dem Ausbau – dem Reifen – des Weines. Die Önologie widmet sich dem ganzen Umfang der Weinherstellung. Bereits im 18. Jahrhundert war der Aufgabenbereich eines damaligen Önologen – des „ Weinarztes “ – die vernunftgemäße Anwendung des gelernten oder aus der Wissenschaft bzw. Technologie geschöpften Wissens. Die Erzeugung von Wein und Obst als Kulturgut genießt hohe Wertschätzung – wirtschaftlich, biologisch und sozial. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt man bei grundlagen- und anwendungsorientierten Forschungsthemen an. Wie und wozu forschen? Weil man nie auslernt!

BILD: © Erbslöh | Geisenheim

IN VINO VERITAS AKTUELLES AUS DER FORSCHUNG

Was ist wo los? Im unteren WISSENSCHAFT-LEITFADEN » findet man einen Auszug aus der Forschung.


AUCH SCHÄDLINGE KENNEN KEINE GRENZEN

INTEREG PROJEKT CLIM VINO

Mit einem grenzüberschreitenden Forschungsprojekt wollen slowakische und burgenländische Winzer ihre Weingärten möglichst nachhaltig bewirtschaften. Unter der Schirmherrschaft des Burgenlandes hat das Intereg Projekt CLIM VINO der burgenländischen und der slowakischen Weinwirtschaft die Optimierung von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau zum Ziel. Das Projekt wird von der Burgenländischen Landesregierung gemeinsam mit dem Slowakischen Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, der Slowakischen Landwirtschaftskammer, SPPK, vom Slowakischen Landwirtschaftskontroll- und Prüfinstitut, sowie von der Landwirtschaftskammer Burgenland, dem Weinbauverband Burgenland, von Burgenland Tourismus und von der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt als strategische Partner getragen.

Die operativen Projektpartner von CLIM VINO sind das Forschungsinstitut für Energie- und Umweltplanung, Wirtschaft und Marktanalysen, das Bundesamt für Weinbau BAWB, eine Einrichtung des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, die Winzerunion der Slowakei, die slowakische Weinbauschule Modra und die slowakische Gartenbauschule Pieštany. Die Rebstöcke sind bedingt durch den Klimawandel permanent den Gefahren von Schadorganismen ausgesetzt. Die Aufstellung von jeweils 25 Microklimamessgeräten – Wetterstationen – in beiden Ländern bei ausgewählten Weingärten burgenländischer wie slowakischer Winzer soll verbesserte kleinräumige Klimamessungen gewährleisten. Diese an einen Server übermittelten Messdaten – Luft-, Blatt- und Bodenfeuchte, Luftgeschwindigkeit sowie Windrichtung – können von allen Winzern abgerufen und dadurch Pflanzenschutzmittel effizienter eingesetzt werden. Mögliche kommende Weinkrankheiten werden von Weinbauexperten analysiert und eine entsprechende Behandlungsempfehlung ausgesprochen. Es ist das gemeinsame Ziel, die vorbeugend ausgebrachten Herbizid-, Fungizid- und Insektizideinsätze drastisch zu verringern, ohne dabei die Vorsorge zur Sicherheit vor größeren Pflanzenepidemien zu vernachlässigen. Die Gesundheit der Pflanzenbestände wird durch die Früherkennung mittels der Messungen gezielter gesichert und die Traubenqualität weiter verbessert. Das Forschungsprojekt CLIM VINO startete Anfang des Jahres 2019 und wird voraussichtlich zumindest bis Oktober 2022 aktiv bleiben. Die dafür anfallenden Kosten werden zu 85 % von der EU gefördert.

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