Dienstag, den 19. Oktober 2021

YIN & YANG

Der Yin & Yang Kreis zeigt eine weiße und eine schwarze Hälfte. Eine S-förmige Linie trennt die zwei Hälften, die jeweils auch einen Punkt entgegengesetzter Farbe beinhalten, die symbolisieren, daß sowohl im Yin als auch im Yang wechselseitig beide anderen Aspekte mit vorhanden sind. Der schwarze Yin Bereich versinnbildlicht Dunkelheit, Ruhe und passives Empfangen – das Weibliche und Weiche. Der weiße Yang Bereich bedeutet Sonne, Helligkeit, Wärme und aktives Geben – das Männliche. Yin & Yang sind Ausdruck für den Gedanken, dass alles ein Gegenteil besitzt und erst damit ein Ganzes bildet. Alles was uns umgibt besteht aus zwei unzertrennlichen Gegensätzen, die final ein Ganzes formen. Das Erkennen der Vorteile versus der Nachteile und das Denken in Widersprüchen begleitet uns im Alltag. Jedes Ding hat zwei Seiten. So zumindest sagt man, dass eine Sache nie nur unter einem einzigen Blickwinkel zu betrachten ist und es mindestens eine Kehrseite gibt – nicht nur die der Medaille – Yin und Yang. Wer vorschnell urteilt, sollte sich bemühen beide Positionen zu verstehen. Schnee verzaubert die Landschaft aber verärgert die Autofahrer. Wo Licht ist, fällt auch Schatten. Manchmal ist die Erinnerung wunderschön ein andermal nicht gerade förderlich und schon gar nicht nützlich. Ein Glaserl Rotwein schützt vor Herzerkrankungen, geht uns aber zugleich an die Leber. Als ein Symbol der Liebe zeigen Paare, dass sie zwei Hälften eines Ganzen und unzertrennlich sind. Die Betrachtung der Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln ist essenziell. Alles hat zwei Seiten und manchmal sogar auch mehr.

BILD: Taijitu, das Symbol für Yin & Yang

IN VINO VERITAS YIN & YANG
JEDES DING HAT ZWEI SEITEN

Was ist wo los? Im unteren YIN & YANG-LEITFADEN » erzählen wir, das jedes Ding zwei Seiten hat. Erstens geht es um Gegensätzliches – zweitens gibt es auch Ähnliches bis Doppeltes – drittens ist im Endeffekt – ALLES – in unterschiedlichsten Formen immer ein Ganzes.

ARCHITEKTUR IM EINKLANG

Das Prinzip von Yin &Yang findet sich im chinesischen „Buch der Wandlungen“ – Yijing. Der grundlegende religiöse bzw. philosophische Kontext ist der Taoismus/Daoismus. Die gegensätzlichen Kräfte wechseln sich immer ab: Auf den Tag folgt die Nacht, nach der Ebbe erwartet uns die Flut, einer Hochphase folgt ein Tief und nach Bewegung ist uns Ruhe beschieden.

Die Idee ein architektonisch-philosophisches Haus im Yin & Yang Gedanken zu schaffen, ist ebenfalls ein interessanter Aspekt. Wie wohnt man im oder mit Yin & Yang? In einem Haus das sich durch zwei, durch einen Schwung voneinander getrennten Einheiten darstellt, die harmonisch mit einem intensiv bewachsenen Dach verbunden sind. Yin & Yang steht für Harmonie. Zwei entgegengesetzte Kräfte ziehen sich an und sind unzertrennlich. Keine davon ist der anderen überlegen. Sie stehen im Gleichgewicht. Unter diesem chinesischen Aspekt entwarf der österreichische Architekt Chris Precht ein Haus. Chris Precht: „Wir suchten nach einer Typologie der Architektur, die ihre Funktionen trennt, aber auch unter einem Dach verbinden kann. Zwei Hälften, die eine Einheit bilden. Die eine Hälfte ist als Wohneinheit zu verstehen, die andere als Arbeitsbereich. Auch zwei Welten, die in unserer wirtschaftlich konstruierten Welt in direktem Bezug zueinanderstehen.“

Einer der bedeutendsten zeitgenössischen Architekten Amerikas ist Steven Holl. Er hat für seine weltweit geplanten und realisierten Bauten in den Bereichen KUNST: Museen • Galerien • Ausstellungen – BILDUNG: Universitäre Einrichtungen – aber auch Büros und Privatgebäude – viele Auszeichnungen bekommen. Des Architekten Holl individueller Designstil schwankt zwischen Postmodernismus und Dekonstruktivismus. D.h. er lässt sich nicht alleine nur auf eine einzige Stilrichtung ein. Dabei wiederholt er keine Elemente seiner eigenen, früheren Entwürfe. Seine Arbeiten zeichnen sich durch den gezielten Einsatz von Licht als gestalterischem Element aus. Sie basieren auf dem jeweiligen Kontext aus Umgebung und Situation, der ganzen Stadtgeschichte. Innerhalb des Sino-Singapore Tianjin Eco-city Projektes entsteht in Cina eine neue Stadt, die für 350.000 Einwohner entworfen wurde. Steven Holls Konzept ist für die ersten beiden Gebäude im Kulturviertel der Stadt verantwortlich - die Tianjin Ecocity Ecology and Planning Museen. Wie die chinesischen "Bau Gua" oder "Yin Yang" stehen diese Formen in umgekehrten Beziehungen, da das Ökologiemuseum die "additive" Ergänzung zum "subtraktiven" Raum des Planungsmuseums ist.

Der Meister hat auch in Österreich ein Architekturdenkmal gesetzt. Das LOISIUM Hotel in Langenlois vermittelt ein besonderes Lebensgefühl, getragen vom individuellen Wein- und Spa-Genuss sowie einer einzig­artigen Atmosphäre und uralter Weintradition. "Die einzigartige Architektur des Loisium Designhotels inmitten der niederösterreichischen Weinregion Kamptal ergänzt die umliegende Hügellandschaft mit modernem Ambiente." Die Entwürfe und Bauten des Architekturbüro Steven Holl Architects stellen sich in diesem Sinne immer als ein Unikat dar.

QUELLEN: © UBM Development AG | ubm magazin » | #greenbuilding / Johannes Stühlinger | © Steven Holl Architects | Steven Holl »
AUTOR: Prof. Ali Meyer | ergänzende Textpassagen

BILDER: © Penda / Chris Precht | © Steven Holl Architects | issued by IN VINO VERITAS

 

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