Montag, den 25. Januar 2021

IN NOMINE PATRIS

Univ. Prof. DDDr. Burger hat akribisch die Bibel und das Alte Testament auf Stellen bezüglich Wein untersucht und mit Quellenangaben ein hochinteressantes Buch verfasst. Der Inhalt des Werkes „Wein in der Bibel“ beruht ausschließlich auf historisch überlieferten Quellen. Barriques sind ein alter Hut, denn man hat schon vor 2500 Jahren den Geschmack mit Baumharz verbessert. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema Wein recht auffällig durch das gesamte heilige Werk.

Basierend auf diesem überlieferten Wissen legte die innovative Winzerfamilie Christian und Maria Graßl vom Nepomukhof in der Weinregion Carnuntum in Göttlesbrunn – entsprechend dieser Vorgabe in reiner Handarbeit – einen BIBELWEINGARTEN an. Als Erziehung wurden Maulbeerbäume gesetzt. Dazu pflanzten sie eine seit 2700 Jahren in Österreich belegbare Sorte, den Grünen Sylvaner an.

Archäologen fördern seit vielen Jahren Zeugnisse der römischen Kultur aus dem geschichtsträchtigen Boden von Carnuntum, da wo es eine der edelsten Weinregionen wie Göttlesbrunn hervorbrachte.

BILD: IN VINO VERITAS | ali meyer events » | Der Bibelweingarten

IN VINO VERITAS – DER KLERUS & DER WEIN

Was ist wo los? Im unteren IN NOMINE PATRIS-LEITFADEN » findet man Hochinteressantes aus 2000 Jahren Kirchengeschichte..


OTHMAR VON ST. GALLEN

SCHUTZPATRON DER WINZER

Um 830 verfasste der St. Gallener Diakon Gozbert die Vita sancti Otmari, welche von Wahlafrid Strabo 834 bis 838 überarbeitet wurde. Aus dem 9. bis 12. Jahrhundert sind über 20 Handschriften dieser Vita bekannt. Darin wird berichtet, dass man den Leib des 759 verstorbenen Othmar von St. Gallen 10 Jahre nach seinem Tod unverwest fand und nach St. Gallen überführte, wo sich heute sein Grab befindet. Der Weg führte per Schiff über den Bodensee. In der Vita sancti Otmari beschreibt Wahlafrid Strabo:

„Die Brüder stießen vom Ufer ab und vertrauten sich den unsicheren Gewalten des tiefen Sees an. Gleich darauf brach ein solcher Ansturm von Regen und Winden ein, dass sie kaum an ein Entrinnen glaubten. Doch durch die wunderbare Fügung des allmächtigen Gottes geschah es, dass sogar die Elemente wahrnahmen, welch großen Mannes Reliquien dort überführt wurden. Denn der See, der ringsum vom regenschweren Unwetter aufgewühlt war und seine Wellen hoch aufwarf, bereitete den Ruderern überhaupt keine Mühe, sondern wohin immer das Schiff kam, vertrieb es die Winde und zerdrückte die heranbrausenden Fluten. Kein einziger Tropfen des allüberall heftig niederprasselnden Regens fiel ein. Sogar die Kerzen, die zu Ehren des seligen Vaters beim Haupt und den Füßen hingestellt worden waren, verloren ihr anfängliches Licht solange nicht, bis sein Leichnam in das Kloster getragen wurde. […] Noch ein anderes Wunder, das der Herr bei derselben Überführung des heiligen Leibes den frommen Brüdern offenbarte, bleibt zu erzählen. Als sie sich nämlich, ermüdet von der übermäßigen Anstregung des Ruderns, bei Anbruch der Essenszeit nach dem Lobgebet zusammensetzten, um durch körperliche Nahrung wieder Kräfte zu gewinnen, gedachten sie schließlich, dem gesegneten Mahl einen köstlichen Drunk beizufügen. Doch der Diener sagte, an Getränken sei schon nichts mehr übrig außer dem, was in einer kleinen Flasche aufbewahrt wurde; davon könnte aber jedem eher nur zum Kosten als zum Trinken verabreicht werden. Da gedachten sie der Wunder des Herrn, wie er mit wenigen Broten zahlreiche Menschenmassen gespeist habe, und ließen vom wenigen, das sie hatten, allen Anwesenden mit Liebe spenden. Und in wunderbarer Weise begann die Trinksame im Gefäß so zu wachsen, dass sie trotz ständigem Ausschenken um nichts abzunehmen schien. Erstaunt ob der unerhörten Neuigkeit, brachten sie dem Herrn und Geber alles Guten, der ihnen so wunderbar Genügen gewährte, Lob und schuldigen Dank dar.“

Später wurde das Gefäß als Fässchen und das Getränk als Wein interpretiert, seither wird der Hl. Othmar oft mit einem Weinfässchen als Attribut dargestellt. Die Zunftfahne der Weinhauer in der Kirche St. Othmar in Mödling zeigt den hl. Othmar mit Weinfässchen. Der hl. Othmar ist der Schutzpatron der Mödlinger Weinhauer. In einer Verordnung des Kaisers Ferdinand III. aus dem Jahr 1655 ist zu lesen:

„Wir Ferdinand III. von Gottes Gnaden ... […] Wir bekennen öffentlich mit diesem Brief und tun kund, dass zu uns gekommen sind unsere getreuen Untertanen, die gesamte Hauerinnung von Mödling und berichten uns allergehorsamst, dass vor fast 200 Jahren und uralten Zeiten ihre Vorfahren, wie aus uralten vorhandenen Schriften und Bildern zu sehen, ihre ordentliche Zöch, Innung und Zusammenkünfte, auch den heiligen Gottesdienst gehalten und den heilgen Abt Othmar als ihren Schutzpatron gehabt haben. […] Alle Hauer haben mit ihrer Zöchfahne zu erscheinen und mit gebührender Andacht teilzunehmen und in der Lade 1 S zu erlegen. Wer fernbleibt, hat als Strafe 2 Pfund Wachs in die Zöchlade zu erlegen. […] Der zum Schutzpatron erwählte Abt Othmar soll es weiter bleiben und sein Festtag, der 16. November, soll mit Hochamt gefeiert werden.“

BILD: © ST. OTHMARE | ORA PRO NOBIS | 1755 | ZUNFTFAHNE | OTHMARKIRCHE | MÖDLING
BILD: © EDGAR STRASSER | Winzerumzug in St. Anna am Aigen | Steiermark | 2019

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