Donnerstag, den 02. Juli 2020

ÖNOLOGIE –
WISSENSCHAFT & FORSCHUNG

Weinbau und Kellerwirtschaft sind ein Studienbereich der Weinproduktion. Man befasst sich mit dem Keltern und dem Ausbau – dem Reifen – des Weines. Die Önologie widmet sich dem ganzen Umfang der Weinherstellung. Bereits im 18. Jahrhundert war der Aufgabenbereich eines damaligen Önologen – des „ Weinarztes “ – die vernunftgemäße Anwendung des gelernten oder aus der Wissenschaft bzw. Technologie geschöpften Wissens. Die Erzeugung von Wein und Obst als Kulturgut genießt hohe Wertschätzung – wirtschaftlich, biologisch und sozial. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt man bei grundlagen- und anwendungsorientierten Forschungsthemen an. Wie und wozu forschen? Weil man nie auslernt!

BILD: © Erbslöh | Geisenheim

IN VINO VERITAS – AKTUELLES AUS DER FORSCHUNG

AUCH SCHÄDLINGE KENNEN KEINE GRENZEN

INTEREG PROJEKT CLIM VINO

Mit einem grenzüberschreitenden Forschungsprojekt wollen slowakische und burgenländische Winzer ihre Weingärten möglichst nachhaltig bewirtschaften. Unter der Schirmherrschaft des Burgenlandes hat das Intereg Projekt CLIM VINO der burgenländischen und der slowakischen Weinwirtschaft die Optimierung von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau zum Ziel. Die Rebstöcke sind bedingt durch den Klimawandel permanent den Gefahren von Schadorganismen ausgesetzt. Die Aufstellung von jeweils 25 Microklimamessgeräten – Wetterstationen – in beiden Ländern bei ausgewählten Weingärten burgenländischer wie slowakischer Winzer soll verbesserte kleinräumige Klimamessungen gewährleisten. Diese an einen Server übermittelten Messdaten – Luft-, Blatt- und Bodenfeuchte, Luftgeschwindigkeit sowie Windrichtung – können von allen Winzern abgerufen und dadurch Pflanzenschutzmittel effizienter eingesetzt werden. Mögliche kommende Weinkrankheiten werden von Weinbauexperten analysiert und eine entsprechende Behandlungsempfehlung ausgesprochen. Die Gesundheit der Pflanzenbestände wird durch die Früherkennung mittels der Messungen gezielter gesichert und die Traubenqualität weiter verbessert. Die dafür anfallenden Kosten werden zu 85 % von der EU gefördert.

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